Eine Frau bei 1000 Grad: Ein großartiges Buch!

04_LesenIch muss das schnell mitteilen, aber gerade habe ich im Eildurchlauf das Buch von Hallgrimur Helgason durchgelesen. Zunächst dachte ich, es wäre ein sehr komisches Buch.

„Ich lebe allein in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate. Wir haben es wahnsinnig gemütlich.“

Damit beginnt das Buch und so steht es auch auf dem Bucheinband. An so einem Anfangssatz kann ich natürlich nicht vorbeigehen. Aber es ist nicht nur ein komisches Buch. Es ist ein sehr gut geschriebenes Buch. Es ist ein interessantes Buch, noch nie habe ich so viel von den Nazis in Dänemark gehört oder auch, was mit den Dänen und den Isländern so alles passierte. Niemand kommt dabei gut weg. Das mit den Nazis weiß ich natürlich, aber die Situation in den anderen Ländern? Weder Dänen, noch Isländer, noch Russen werde nur begeistert sein (können).

Ein bitterböses Buch

Aber es ist eben auch ein sehr komisches Buch. Auf dieser wunderbaren Formulierungen muss man erst einmal kommen. Und dann ist es ein tragisches Buch. Nüchtern und mitfühlend werden die tragischen Entscheidungen und ihre Folgen beschreiben, die wir alle in unserem Leben getroffen haben. Und dann ist es ein bitterböses Buch. Als Mann möchte ich all das überhaupt nicht lesen, was hier richtig und böse und bitter und komisch über Männer geschrieben wird. Eine Freundin fragte mich, ob sie das Buch ihrem Vater schenken könne, mit dem sie im nächsten Jahr nach Island fahren wolle. Nein, nein, sagte ich, für einen alten Vater ist das zu feministisch. Schenk ihm etwas Nettes.

Überraschung!

Und dann habe ich zuhause entdeckt, dass Hallgrimur Helgason ein Mann ist.

 

 

Bildnachweis © Istockphoto/1AndrewHowe

Schreibe einen Kommentar